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| VERANTWORTUNG FÜR MORGEN - von der Offenheit der Zukunft |
| Bebenhäuser Dialoge 2010 |
Die Zukunft stellt uns vor gewaltige Herausforderungen. Setzen wir den blauen Planeten – unsere gute alte Erde – aufs Spiel? Zwei Drittel der Menschheit lebt in teils bitterer Armut. Das Klima verändert sich dramatischer, als noch vor wenigen Jahren angenommen. Die Kosten für Umweltschäden wachsen uns über den Kopf. Die gleichen Mechanismen, die zur Weltwirtschaftskrise führten, tauchen unverfroren wieder auf. Nach wie vor sperren sich einzelne Nationalstaaten gegen eine global organisierte Wirtschaft.
Die zehnten Bebenhäuser Dialoge laden ein, nach der Welt von morgen zu fragen. Wie offen ist die Zukunft, und wie lässt sie sich gestalten? Kann es eine gerechte Wirtschaft für alle geben? Wie könnte ein Finanzsystem funktionieren, das Arme in Wohlstand bringt und Reiche umdenken lässt? Kann ein Global Marshall Plan in wenigen Jahren eine sozial und ökologisch nachhaltige Welt schaffen? Wie lässt sich eine globalisierte Welt noch gestalten?
Der Physiker, Wirtschaftsethiker und Vorstandsvorsitzende der Münchner Umwelt-Akademie Dr. Peter H. Grassmann macht realistische Vorschläge, wie wir künftige Entwicklungen positiv (mit)gestalten können. Im Dialog mit Prof. Thomas Vogel benennt er Handlungsoptionen und zeigt Wege zur globalen Verantwortung auf.
Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer
Evangelischer Kirchenbezirk Tübingen
Mitwirkende
Peter H. Grassmann
Jahrgang 1939, promovierte am Max- Planck-Institut für Physik bei Werner Heisenberg im Bereich der Plasmaphysik. Von dort ging er an das MIT in Cambridge/USA, wo er Management und Computerwissenschaften studierte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er in den obersten Führungskreis des Bereichs Medizintechnik der Siemens AG und später zum Vorstandsvorsitzenden von Carl Zeiss berufen. Unterstützt von Lothar Späth, sanierte er das zur Carl Zeiss Stiftung gehörende Unternehmen und zog sich relativ früh aus der aktiven Führung von Unternehmen zurück, um sich seinem Interesse für Unternehmensethik widmen zu können. Parallel war er Mitglied in zahlreichen Aufsichtsräten der Industrie und der Wissenschaft, darunter dem Senat der Max-Planck-Gesellschaft. Grassmann ist Ehrensenator der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Aalen sowie Träger der Wirtschaftsmedaille Baden-Württemberg und des Bundesverdienstkreuzes. Heute ist er Vorsitzender des Vorstands der Umwelt-Akademie.
Kunst von John Chamberlain
Der 1927 geborene amerikanische Künstler gilt als einer der größten Erneuerer der modernen Skulptur. Er lebt und arbeitet in Sarasota, Florida und New York. Angeregt durch die künstlerischen Strömungen des abstrakten Expressionismus, der Arte Povera und der Pop Art entstanden seit den 50ger Jahren Skulpturen in schillernden Farben aus gebogenen, gefalteten, gepressten und verschweißten Schrottteilen alter Autos. Er war der erste Künstler, der das Blech zur Kunst machte und traf damit den Nerv des Automobilzeitalters. Die Ikone des amerikanischen Wohlstands, das Automobil, zugleich das Symbol einer Wirtschaftsmacht hatte seine Zeit abgefahren, seine Relikte aber wurden vom Künstler kompromisslos und ohne Berührungsangst in der freien und wilden Ästhetik des abstrakten Expressionismus in die Dreidimensionalität übersetzt. Schrottskulpturen als eine Art Memento Mori der Blechgesellschaft in Schönheit inszeniert.
Das Werk von John Chamberlain wurde in über hundert Einzelausstellungen weltweit gezeigt, er vertrat die USA bei der Biennale in Venedig 1964 und nahm 1982 an der Documenta 7 in Kassel teil.
Zu den zehnten Bebenhäuser Dialogen wird die Skulptur „French Luck“, 1989 von John Chamberlain als Leihgabe aus der Sammlung Jutta und Siegfried Weishaupt Ulm im Kapitelsaal zu sehen sein, die ganz eigene künstlerische Positionen zum Dialog beziehen kann.
Ingo Bredenbach
Geb. 1959 in Wuppertal, Studium der Evangelischen Kirchenmusik an der Folkwang Hochschule Essen, Kantorentätigkeiten in Meerbusch-Lank und in Nagold/Schwarzwald; von 1998 bis 2009 Professor für Orgel und Rektor der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen der Evang. Landeskirche in Württemberg, Leiter des „BachChor Tübingen“, seit 2010 als Kirchenmusikdirektor im Amt des Tübinger Stiftskirchen- und Bezirkskantors. Neben der Leitung der Tübinger Motette bildet die Kinder- und Jugendchorarbeit einen besonderen Arbeitsschwerpunkt. Weit über hundert Lieder und mehrere szenische Singspiele sind für die Kinderchöre komponiert worden. Ein weiterer Schwerpunkt seiner kompositorischen Tätigkeit liegt bei Choralbearbeitungen für Orgel oder Posaunenchor. Rege Konzert-, Unterrichtstätigkeit und Seminararbeit. Musikschriftstellerische und kompositorische Tätigkeit und Veröffentlichungen bei verschiedenen Verlagen. Autor und Mitherausgeber des Lehrbuchs „Probieren & Studieren“ und des Lehrbuchs "Basiswissen Kirchenmusik". CD-Aufnahmen sowohl mit Orgelmusik, als auch mit dem Ev. Kinder- und Jugendchor Nagold und dem Jugendchor der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen.
Neben den Jazzmusikern sind es fast nur noch die Organisten, die die Kunst der Improvisation, also des Erfindens von Musik aus dem Moment heraus beherrschen. Musik, als die flüchtigste aller Künste, ist direkt nach ihrem Erklingen verflogen. Ingo Bredenbach wird der kleinen Orgel der Bebenhäuser Klosterkirche allerlei, auch ungewohnte, Klänge entlocken und spontan auf die rezitierten Texte und die Atmosphäre der abgedunkelten Kirche reagieren. |
| geschrieben am 20.05.2010 um 19:03 Uhr. |
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bebenhäuserdialoge
Kloster Bebenhausen
Freitag, 9. Juli 2010


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